In Wasserstoffaktien anlegen 2022

Wasserstoff gilt als grüne Zukunftstechnologie: Womöglich fahren bald Autos und LKW mit Wasserstoff statt mit Benzin. Ausserdem eignet sich Wasserstoff sowohl zum Heizen, als auch zum Kühlen. Das klingt auch für Investoren vielversprechend, gerade angesichts der aktuellen Energieknappheit.

Jedoch besteht die Möglichkeit, dass sich Wasserstoff nicht durchsetzen wird. Gewinne sind dementsprechend nicht garantiert. Wenn sich eine andere Technologie als überlegen herausstellt, könnte Wasserstoff sogar weitestgehend bedeutungslos werden.

Übersicht: Unternehmen, die in Wasserstofftechnologie investieren
Unternehmen WKN ISIN Fokus auf Wasserstoff?
Shell A3C99G GB00BP6MXD84 X
Air Liquide 850133 FR0000120073
Toyota 853510 JP3633400001 X
Hyundai 885166 USY384721251 X
Powercell Sweden A14TK6 SE0006425815
Ballard Power A0RENB CA0585861085
Nel ASA A0B733 NO0010081235
Plug Power A1JA81 US72919P2020
FuelCell Energy A2PKHA US35952H6018

Was ist Wasserstoff?

Wasserstoff ist ein gasförmiges Element und kommt in der Natur normalerweise vor allem als Bestandteil von anderen Molekülen vor. Um reinen Wasserstoff zu erhalten, muss er also industriell von den anderen Molekülen getrennt werden.

In seiner isolierten Form (H2) ist Wasserstoff hochgradig brennbar und eignet sich daher u. a. zum Antrieb von Motoren. Ausserdem wird er in der Produktion von Halbleitern und Dünger verwendet.

Ist Wasserstofftechnologie nachhaltig?

Noch ist die Produktion von Wasserstoff grösstenteils nicht nachhaltig. Der überwiegende Teil der Wasserstoffproduktion geschieht mithilfe von fossilen Brennstoffen.

Grauer Wasserstoff

Am häufigsten wird Wasserstoff gewonnen, indem Kohleverbindungen wie Methangas (CH4) erhitzt werden. Das Erhitzen erfolgt meistens durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen. Dadurch werden verschiedene klimaschädliche Gase wie Kohlenmonoxid und -dioxid freigesetzt.

Auf diese Weise gewonnener Wasserstoff wird auch grauer Wasserstoff genannt. Dies macht aktuell etwa 95 % der Wasserstoffproduktion weltweit aus.

Grüner Wasserstoff

Wasserstoff kann auch mithilfe der Elektrolyse von Wasser gewonnen werden. Dabei wird Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Solange die Energiequelle für die Elektrolyse grün ist (z. B. Solarenergie), gilt auch der so gewonnene Wasserstoff als nachhaltig.

Es wird erwartet, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in der Zukunft deutlich ansteigt. Regierungen auf der ganzen Welt wollen die CO2-Produktion verringern und Wasserstoff könnte dabei helfen. China hat Wasserstoff bereits in seinen letzten Fünfjahresplan aufgenommen als eine der sechs Zukunftsindustrien.

Der Düngerproduzent OCI setzt auf Wasserstoff. Die Firma denkt, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in den nächsten zehn Jahren um das Zehnfache steigen wird. Technologischer Fortschritt sollte ausserdem dazu führen, dass sich der Preis von grünem Wasserstoff halbieren wird.

Brennstoffzellen

Wasserstoffbetriebene Autos fahren mithilfe von Brennstoffzellen. Dabei kommt Wasserstoff mit Sauerstoff in Kontakt, wodurch Energie frei wird. Übrig bleibt nur Wasser.

Gegenüber elektrischen Autos mit Batterien haben Brennstoffzellen einige Vorteile. Ein mit Wasserstoff angetriebenes Auto kann deutlich weiter fahren als ein elektrisches Fahrzeug. Ausserdem dauert das Tanken nur genau so lange wie bei einem Benziner, während das Aufladen einer Autobatterie deutlich länger dauert.

Allerdings gibt es bis jetzt kaum Infrastruktur zum Tanken mit Wasserstoff. Ladestationen für Autos sieht man dagegen mittlerweile an vielen Orten in Europa und den Vereinigten Staaten.

In Wasserstoffaktien anlegen

Das Potential von Wasserstoff als Alternative von fossilen Brennstoffen scheint gross zu sein. Daher kann es interessant sein, in diese Technologie anzulegen. Dies können Sie beispielsweise tun, indem Sie Anteile von einzelnen Firmen kaufen. Einige grosse Unternehmen sind in der Wasserstoffproduktion oder in der Brennstoffzellen-Industrie aktiv.

Ein Vorteil von grossen Unternehmen ist, dass sie ihre Aktivitäten diversifiziert haben. Wenn sich die Wasserstoffnachfrage nicht entwickelt wie erwartet, machen diese Unternehmen weniger Verluste.

Grosse Unternehmenn

Shell

Der Energieriese forscht seit Jahrzehnten an möglichen Anwendungen von Wasserstoff. Die Firma hat viel Expertise im Haus und kann in der Entwicklung von Wasserstofftechnologie eine wichtige Rolle spielen.

Ausserdem investiert Shell viel Geld in die Entwicklung von nachhaltigen Technologien. Natürlich ist Shell immer noch abhängig von Öl und Gas, die auch für den Grossteil der Gewinne verantwortlich sind. Daher ist das Anlegen in Shell nur zu einem kleinen Teil auch ein Anlegen in Wasserstoff.

Air Liquide

Air Liquide aus Frankreich ist ein wichtiger Produzent von Wasserstoff. Die Firma hat fünfzig Jahre Erfahrung in diesem Bereich und hat einzigartiges Knowhow in der Wertschöpfungskette. Das Unternehmen möchte die Wasserstoffproduktion nachhaltiger machen und investiert seit 2020 vermehrt in wasserstoffbasierten Transport.

Toyota

Das japanische Unternehmen ist ein Vorreiter bei Wasserstoffautos und war mit dem Toyota Mirai der erste Hersteller eines wasserstoffbetriebenen PKW. Es wurden etwas mehr als 10.000 Exemplare verkauft und vor kurzem wurde ein zweites Modell vorgestellt.

Toyota setzt grosse Hoffnung in die Wasserstofftechnologie. Im Jahr 2021 hat die Firma damit begonnen, am Berg Fuji die Woven City zu bauen. Das ist eine Stadt, die nur von Wasserstoff angetrieben wird und in der neue Technologien ausgetestet werden sollen.

Hyundai

Hyundai ist ein weiterer Autohersteller, der auf Wasserstoff setzt. Das koreanische Unternehmen möchte von 2028 an alle Modelle auch als Wasserstoff-Version anbieten. Um dies möglich zu machen, investiert das Unternehmen Milliarden in die Entwicklung und Kommerzialisierung von Wasserstofftechnologie.

Kleinere Unternehmen

Ein weiterer Ansatz ist es, in kleinere Unternehmen zu investieren, die sich nur auf die Entwicklung von Wasserstofftechnologie konzentrieren. Dies bedeutet auch höheres Risiko für Investoren. Falls die Entwicklung länger dauert als erwartet, erleiden diese kleineren Firmen mehr Schaden.

Die Preisentwicklung dieser kleineren Unternehmen ist weniger stabil. In den letzten Jahren haben viele kleinere Firmen einen starken Preisanstieg erlebt, da das Interesse an Wasserstoff merklich gestiegen ist. Im Anschluss sind die Preise allerdings wieder gefallen.

Powercell Sweden

Das schwedische Unternehmen ist eine Ausgründung von Volvo und hat Brennstoffzellen-Technologie patentiert, wodurch es bei der technischen Entwicklung weit vorne mitmischt. Das Unternehmen erwartet hohes Wachstum dank des grossen Interesses an Wasserstoff. Im Jahr 2020 hatte Powercell Sweden einen Jahresumsatz von € 10 Mio.

Ballard Power

Ballard Power ist ein Hersteller von Brennstoffzellen für verschiedene Anwendungen, darunter Busse und Schiffe. Das Unternehmen wurde 1979 gegründet und ist seit 1993 an der Börse. Die Firma hatte 2020 knapp $ 104 Mio. Umsatz und machte $ 51 Mio. Verlust.

Nel ASA

Die norwegische Firma Nel ASA besitzt verschiedene Technologien, die einen Umstieg auf Wasserstoff ermöglichen. Das Unternehmen stellt Geräte für Elektrolyse zur Verfügung, womit Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt werden kann. Nel ASA wird an der Osloer Börse gehandelt.

Plug Power

Dieses amerikanische Unternehmen bietet vor allem grossen Geschäftskunden Wasserstofftechnologien an. Zu Plug Powers Kunden gehören z. B. Amazon, BMW und Boeing. Es kann eine komplette Flotte an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zur Verfügung stellen, aber bietet auch Notfallstromsysteme an, die mit Wasserstoff funktionieren. Die Firma ging 1999 in New York an die Börse.

FuelCell Energy

FuelCell Energy fokussiert sich auf grosse Kraftwerke, um mit Brennstoffzellen Strom zu erzeugen. Zu seinen Kunden zählen Energielieferanten, Gemeinden und andere staatliche Einrichtungen. Das Unternehmen hat nicht nur einen Standort in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Deutschland. FuelCell Energy wird im NASDAQ in New York gelistet.

In Wasserstoff-ETFs anlegen

Zusätzlich zum Anlegen in einzelnen Aktien können Sie auch mithilfe eines ETFs (exchange traded fund) in einen Korb an Wasserstoffaktien anlegen. So können Sie auf einmal in eine grössere Anzahl an Unternehmen investieren, die sich mit Wasserstofftechnologie auseinandersetzen.

Beispielsweise gibt es den L&G Hydrogen Economy ETF (IE00BMYDM794). Um in einen ETF anzulegen, benötigen Sie einen Broker, bei dem Sie ihre Order aufgeben können. Wir bieten eine grosse Auswahl an ETFs an 19 Handelsplätzen an.

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Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen weder der Beratung noch der Empfehlung von Anlagen. Bitte beachten Sie, dass sich die Fakten seit der Erstellung des Artikels geändert haben können. Anlegen ist mit Risiken verbunden. Sie können (einen Teil) Ihre(r) Einlage verlieren. Wir raten Ihnen, nur in Finanzprodukte anzulegen, die Ihren Kenntnissen und Erfahrungen entsprechen.

Quellen: Shell, EIA, OCI, Nikkei

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